Die Angst vor der Flagge

Es ist Fußball-WM, mal wieder, wie alle vier Jahre und zwischendrin ist ja auch immer noch dieses andere Ding, diese EM. Soweit also eigentlich nichts Neues. Neu ist dagegen, dass man seit der WM 2006 in Deutschland bei solchen „Events“ schwarz-rot-gold trägt, Fahnen ans Auto hängt und stolz auf die eigene Mannschaft ist, die deutsche Mannschaft, mit ihren Stars wie Cacau, Klose, Gomez und Podolski.

Soweit eigentlich nichts besonderes, in allen anderen Ländern der Erde tut man das schon etwas länger.

Leider sieht das wohl nicht jeder so, die Grüne Jugend titelt: „Wahn der Normalität – eine Kritik am Deutschen WM-Nationalismus“ und ruft zu einer Demonstration gegen den „Fußball-Nationalismus“ (Link).

„Im Mittelpunkt steht nämlich auch weiterhin: die inhaltslose Zugehörigkeit zu Deutschland als Nation und damit einhergehend das Ausgrenzen anderer.“. Ich muss zugeben, ich habe selbst kein Trikot, keine Fahne am Fenster und auch keine schwarz-rot-goldene Schminke, aber ich kenne genug Leute die all das haben und nicht etwa, weil sie stolz sind in Deutschland geboren worden zu sein, sondern weil sie stolz auf unsere Jungs sind, die in Südafrika Fußball spielen, sie tragen die deutsche Flagge wie die Flagge ihres Lieblingsvereins, eigentlich ziemlich ungefährlich, finde zumindest ich.

Richtig absurd wird es aber, wenn die Grüne Jugend eine Verbindung zum Rassismus herstellt. Selbst dem, der sich die Spiele nicht anschaut, sollte aufgefallen sein, dass in unserer Mannschaft Spieler mit „Migrationshintergrund“, einer anderen Hautfarbe und nicht gerade urdeutschen Namen spielen. Und sie werden gefeiert, Özil und Cacau gehören zu den jungen Helden der Mannschaft.

Aber der Fußball ist es ja nicht alleine Schuld „Bei ihrer Dankesrede am Abend des Grand Prix schrie Lena „This is absolutely awesome“ und zog sich die Deutschland-Fahne über den Kopf. In diesem Moment schien der Mensch Lena Meyer-Landruth mit der Nation Deutschland zu verschmelzen […]“. Ok, also „This is absolutely awesome“ ist ja nun auch ein Zeichen von echtem Nationalismus. Und auch wenn Raab das ganze im Vorfeld gerne als nationale Aufgabe bezeichnet hat, gab es um Lena eigentlich nicht viel mehr Rummel als um die DSDS-Gewinner, Einziger Unterschied, Raab hat die Werbetrommel etwas lauter gerührt.

Also liebe Grüne Jugend, nicht alles was schwarz-rot-gold ist, ist schlimm.

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