Die braven Maasianer von der Saar

Der Landesvorstand der SPD Saar ist besorgt. Der Grund dafür ist offensichtlich: Im Saarland herrscht „Regierungsnotstand“. Natürlich ist man sich bei der SPD im Saarland der eigenen Verantwortung bewusst und tut alles um diesen Notstand zu beenden, man ist ja schließlich dem Volk verpflichtet.

Der normale Weg, nach dem Platzen der Koalition, wären da wohl Neuwahlen. Zumal die für die SPD auch taktisch der beste Weg wären, denn von der Ministerpräsidentin bekommen sie jetzt nur das Angebot Juniorpartner zu werden, nach Neuwahlen wäre die SPD aber mit Sicherheit die stärkste Kraft.

Warum also denkt die SPD, die angetreten ist, die CDU endlich abzuwählen und nach der Wahl ausgeschlossen hat den Juniorpartner in einer großen Koalition zu geben, so ernsthaft über diese Option nach?

Die Antwort ist einfach: Wir haben es mit braven Maasianern zu tun! Denn während der Partei Neuwahlen dienlich wären, fürchtet Maas um seinen Platz als Spitzenmann und Spitzenkandidat, er befürchtet es könnte einen Ministerpräsident (oder viel eher eine Ministerpräsidentin) der SPD geben, der/die nicht Heiko Maas heißt.

Und deshalb dürfen wir jetzt die Seifenoper bewundern, die sich in Saarbrücken abspielt. Erste Gespräche, man denkt ernsthaft und ergebnisoffen nach. Dabei hat schon gestern der SR berichtet, dass es seit Ende des letzten Jahres entsprechende Gespräche gibt. Heiko Maas hat seine persönliche Entscheidung schon längst gefällt und seine Maasianer im Landesvorstand laufen wie die Lemminge hinterher.

Comments
  1. Oliver Hoen

    Hey!

    Kennst du das Abstimmungsergebnis, in welchem die Gespräche mit der CDU beschlossen wurden? Das war wohl bis auf eine Gegenstimme der Jusos recht eindeutig.

    Daneben möchte ich anmerken, dass Maas sicherlich vollen Rückhalt der Saar-SPD genießt und sich daher keine Sorgen machen muss, dass er nicht als Kandidat für den Ministerpräsidenten vorgeschlagen wird. Aus welchem Grund sollte er keinen Rückhalt genießen?

    Ich bin verwundert, wie man zu solch einer Unterstellung gelangen kann…

    Beste Grüße

  2. Daniel Braun

    Ja, ich kenne das Abstimmungsergebnis, ich habe aber auch die zahlreichen Stimmen aus der Basis gehört und gelesen, die eindeutiger andere Meinung sind und ich habe den Kommentar von Britz in der Tagesschau gehört und das war ein, sogar aus meiner Sicht überraschend offener, echter Tiefschlag in Richtung Maas.

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