SCHUFA, Facebook und private Daten

Die SCHUFA lässt erforschen, ob und wie die Daten aus sozialen Netzwerken genutzt werden können, um die Kreditwürdigkeit einer Person zu beurteilen. Ein Skandal, finden zumindest Politik und Medien.

Als einen unerhörten Eingriff in die Privatsphäre werden diese Bestrebungen bezeichnet und das ist falsch und gefährlich, suggeriert es dem Nutzer doch, seine auf Facebook (Twitter oder Co.) veröffentlichten Daten seien privat und könnten geschützt werden. In Wirklichkeit willigt aber jeder bei der Anmeldung auf Facebook ein, dass das Unternehmen, im wesentlichen, mit den Daten machen kann was es will, darin eingeschlossen der Verkauf an Unternehmen, wie die SCHUFA. Statt den Nutzern fälschlicherweise zu suggerieren, es würde sich bei den auf Facebook veröffentlichten Daten um private Daten handeln, sollte man ihnen lieber klar machen: Schreibe nur auf Facebook, was du auch in die Zeitung schreiben würdest, denn es ist öffentlich.

Insgesamt gesehen ist die Idee trotz alledem nicht gerade preisverdächtig. Die Idee aus diesen Daten die Bonität abschätzen zu können wirkt absurd. Nur weil jemand gerade eine Folge „How I Met Your Mother“ sieht und das Zitat „Ich habe 15 Kreditkarten und alle sind überzogen“ postet, sagt das noch nichts über die eigene Bonität aus. Und auch wenn mir die offizielle Seite von Porsche auf Facebook gefällt, heißt das noch nicht, dass ich mir ein Auto der Marke leisten kann.

Ganz davon abgesehen existiert auch noch die technische Schwierigkeit einen Account der tatsächlichen Person dahinter zuzuordnen, der Name und selbst der Name und der Wohnort zusammen sind viel zu oft nicht eindeutig, als dass sich das Konzept lohnen würde.

Das beruhigende an der Sache: Kaum jemand hat wohl so viel Interesse an korrekten Daten wie die Schufa selbst, denn jedesmal wenn einer Person fälschlicherweise kein Kredit oder Handyvertrag angeboten wird, verlieren die Kunden der SCHUFA Geld.

Comments
  1. Stefan

    Die Realität ist manchmal die beste Satire!

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