Wikileaks, Assange & Ich

Bis vor wenigen Tagen war mir Wikileaks eher so egal. Das Krieg ein schmutziges Geschäft ist wusste ich auch schon vorher und die veröffentlichten (deutschen) „Cablegate“-Dokumente waren auch eher kalter Starbucks-Kaffee.Assange hielt ich eher für einen narzisstischen Möchtegern, denn für einen Weltverbesserer. Das hat sich jedoch in den letzten Tagen stark gewandelt.

Zwar bin ich mir immer noch sicher, dass der Narzissmus bei Assange stark ausgeprägt ist, aber er hat jetzt meine volle Sympathie. Es ist schon erschreckend, was die USA mit einem Fingerschnippen weltweit erreichen. Das die USA selbst in solchen Fragen nicht zimperlich sind ist ja nun nichts Neues. Wirklich erschreckend dagegen fand ich, dass eine Bank in der Schweiz Assanges Konto eingefroren hat.

Zur Erinnerung,  die Schweiz, das ist das Land, dem ehemalige Finanzminister gerne mal mit der Kavallerie gedroht haben und in dem die afrikanischen Warlords ihr Geld anlegen, weil es dort so sicher ist. Das gilt aber offensichtlich nicht, wenn man mit einer Plattform in Verbindung steht, die ihr zugespieltes Material (teilweise geheim, größtenteils aber nicht) ungeprüft veröffentlicht.

Da wundert es fast schon nicht mehr, dass PayPal und Matercard ebenfalls Konten von Assange bzw. WikiLeaks eingefroren haben, geschweige denn, das Amazon Wikileaks von den eigenen Servern verbannt hat.

Aber das wird nur zu einem führen: Die Sympathie für Assange und Wikileaks wird wachsen. Nun wurde Assange in Großbritannien verhaftet und eins ist sicher, sollte ihm in nächster Zeit ein tragischer Unfall passieren, wird das nicht ohne Konsequenzen bleiben. Ich halte nicht viel vom Begriff „Cyber-War“ (im Krieg wird gekämpft, die sog. „Cyber-Wars“ dagegen sind klassische Beispiele für Spionage bzw. Sabotage), aber sollte Assange etwas zustoßen, dann steht uns vielleicht der erste „World-Cyber-War“ bevor, die USA gegen den Rest des Netzes.

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