NameTag für Google Glass

Als wäre Googles Datenbrille Glass nicht schon Albtraum genug für alle Datenschützer, hat eine kleine amerikanische Firma nun auch noch die Killer-App entwickelt, die Google bisher, ganz bewusst, noch verhindert hat.

NameTag macht das, wofür Google Glass wohl am offensichtlichsten geeignet ist. Die App erkennt Gesichter und blendet dazu Informationen aus Onlineprofilen, oder, weniger angenehm, aus der Liste der Sexualstraftäter ein. Für Datenschützer ein rotes Tuch und – mal wieder – das Ende der Privatsphäre.

Es war wirklich nur eine Frage der Zeit, bis es eine entsprechende App gibt. Ich frage mich: Wo ist das Problem? Die App aggregiert lediglich öffentlich verfügbare Informationen. Wer ohne Papiertüte auf dem Kopf in der Öffentlichkeit herumläuft, muss damit rechnen gesehen zu werden. Wer Informationen und Bilder von sich im Internet veröffentlicht, der muss damit rechnen (und will offensichtlich auch), dass sie gesehen und genutzt werden. Wieso sollte man also nicht diese, von der betreffenden Person selbst bereitgestellten, Informationen aggregieren und nutzen?

Wer das nicht möchte, der hat es selbst in der Hand. Wenn man nicht möchte, dass die neue Disco-Bekanntschaft in Zukunft als erstes auf den Schirm bekommt, dass man in einer offenen Beziehung ist oder gerne Modern Talking hört, dann sollte man diese Daten einfach nicht veröffentlichen. It’s that easy!

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